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Bewertung des TSE-Risikos durch für den menschlichen Verzehr bestimmte Schlachtkörper von unter 6 Monate alten Schafen und Ziegen aus TSE-infizierten Herden
Frage Nr.: EFSA-Q-2007-202Angenommen: 5 Juni 2008
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Zusammenfassung
Auf Ersuchen der Europäischen Kommission wurde das Gremium für biologische Gefahren (BIOHAZ) gebeten, ein wissenschaftliches Gutachten zur Bewertung des TSE-Risikos durch für den menschlichen Verzehr bestimmte Schlachtkörper von Schafen und Ziegen unter 6 Monaten aus TSE-infizierten Herden zu erstellen. Die Aufgabenstellung lautete: Bewertung des Vorhandenseins eines signifikanten zusätzlichen Risikos für die menschliche Gesundheit im Vergleich zu der aktuellen Situation auf Basis der wissenschaftlichen Belege durch den Verzehr von Schlachtkörpern von unter 6 Monate alten Schafen oder Ziegen aus von TSE betroffenen Herden (die keinem TSE-Schnelltest unterzogen wurden, und unabhängig vom Genotyp), vorausgesetzt, dass der gesamte Kopf und alle Eingeweide der Brust- und Bauchhöhle entfernt werden und vom menschlichen Verzehr ausgenommen sind, und vorausgesetzt, dass BSE ausgeschlossen wird (in dem Ausbruch) entsprechend dem in Kapitel C, Ziffer 3.2 Buchstabe c), von Anhang X der Verordnung (EG) 999/2001 festgelegten Verfahren.
Nach Klärung seitens der Kommission konnte das BIOHAZ-Gremium die Aufgabenstellung eingrenzen, so dass der Schwerpunkt nun auf der Veränderung der Exposition des Menschen lag, die sich aus der vorgeschlagenen Änderung des Risikomanagementverfahrens ergeben könnte, sowie spezifisch eine Abschätzung des relativen Grades der TSE-Infektiosität im Schlachtkörper eines Lamms bzw. einer Jungziege unter 3 Monaten Kitzes verlangte, dessen Milz und Krummdarm entfernt wurden, im Vergleich zu dem Schlachtkörper eines Lamms bzw. einer Jungziege unter 6 Monaten, aus dem die Milz, der Krummdarm, der Kopf und die Eingeweide der Bauch- und Brusthöhle entfernt wurden.
In Erfüllung dieser Aufgaben gelangte das BIOHAZ-Gremium zu folgendem Schluss:
- Ein quantitativer Vergleich der Infektiositätsbelastung in beiden Szenarien ist nicht möglich, weil keine Daten über die Menge an infektiösem Gewebe vorliegen, die in Schlachtkörpern von 3 und 6 Monate alten Lämmern und Jungziegen noch vorhanden wären bei anforderungsgerechter Vorbereitung(d. h. 3 Monate alt mit Kopf und Eingeweiden aus der Brust- und Bauchhöhle für den menschlichen Verzehr verbleibend, aber ohne Milz und Krummdarm, die derzeit als spezifiziertes Risikomaterial entfernt werden; 6 Monate alt ohne Kopf und Eingeweide aus der Brust- und Bauchhöhle).
- Die Zahl der PrPres akkumulierenden lymphoiden Gebilde steigt zwischen dem Alter von 3 und 6 Monaten. Ein Teil dieser neu beteiligten lymphoiden Gebilde würde in den für den Verzehr vorbereiteten Schlachtkörpern verbleiben.
- Im schlimmsten Fall wäre ein Anstieg des Infektiositätsgrades in Lymphgewebe zwischen einem Alter von 3 und 6 Monaten (um etwa das 10-fache) pro Einheitsgewicht zu verzeichnen.
- Der Infektiositätsgrad in sekundärem Lymphgewebe, das in den für den Verzehr vorbereiteten Schlachtkörpern verbleibt, kann bei 6 Monate alten Tieren einen Infektiositätsgrad pro Grammäquivalent von 1/50 des in derselben Menge an Gehirngewebe aus einem terminal betroffenen Schaf festzustellenden Infektiositätsgrades erreichen.
- Die Entfernung des Kopfes und der Eingeweide aus der Brust- und Bauchhöhle führt bei 3 Monate alten und bei 6 Monate alten Tieren zu einem unvollständigen Entfernen der Infektiositätsbelastung.
- Da neue quantitative Daten über die Gewebeinfektiositätsbelastung bei Jungziegen und Lämmern fehlen, bleiben die Risikobewertung und die Verfahren für die sichere Gewinnung von Material kleiner Wiederkäuer, die 2002 vom Wissenschaftlichen Lenkungsausschuss (SSC) vorgeschlagen wurden, einschließlich der Verwendung der Kombination aus Genotyp und Alter als Gewinnungskriterien, gültig.
Das BIOHAZ-Gremium empfiehlt überdies, weitere experimentelle Untersuchungen anzustellen, um die Variabilität und Ungewissheit sowohl der Abschätzungen der relativen Infektiositätstiter in Junglämmern und Jungziegen verschiedenen Alters und der Gewichte von Lymphgewebe, das in die Nahrungskette gelangt, zu definieren und damit zukünftige Ansätze zur quantitativen Risikobewertung zu erleichtern.
Veröffentlicht: 15 Juli 2008Letzte Aktualisierung: 2 Oktober 2008
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