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Gutachten des Wissenschaftlichen Gremiums für Kontaminanten in der Lebensmittelkette CONTAM auf Anfrage der Kommission über Quecksilber und Methylquecksilber in Lebensmitteln
Frage Nr.: EFSA-Q-2003-030Angenommen: 24 Februar 2004
Zusammenfassung (96 KB)
Gutachten (322 KB)
Das Gremium wurde beauftragt, mögliche Gesundheitsrisiken, die durch den Verzehr von mit Quecksilber und Methylquecksilber belasteter Lebensmittel entstehen, zu bewerten. Ausgangspunkte waren die geschätzten Aufnahmemengen für Europa und die vorläufig duldbare wöchentliche Aufnahmemenge (PTWI; Provisional Tolerable Weekly Intake), die kürzlich von der gemeinsamen Expertenkommission für Lebensmittelzusatzstoffe der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO und der Weltgesundheitsorganisation WHO (JECFA; Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives) ermittelt wurde. Quecksilber ist ein Umweltkontaminant, der in Fisch- und Meeresfrüchteerzeugnissen meist als Methylquecksilber vorkommt. Auch andere Lebensmittelquellen als Fisch- und Meeresfrüchteerzeugnisse können Quecksilber enthalten, jedoch meist in Form von anorganischem Quecksilber. Aufgrund der verfügbaren Daten wird der Anteil dieser Lebensmittel an der Methylquecksilberexposition jedoch als unbedeutend erachtet. Anorganisches Quecksilber in Nahrungsmitteln ist weit weniger giftig als Methylquecksilber. Methylquecksilber wirkt besonders auf das Nervensystem sehr giftig, und das sich entwickelnde Gehirn gilt als das empfindlichste Zielorgan für die von Methylquecksilber ausgehende Toxizität. Die JECFA hat eine vorläufig duldbare wöchentliche Aufnahmemenge (PTWI) von 1,6 µg/kg Körpergewicht festgelegt, die auf zwei epidemiologischen Studien basiert, in denen die Beziehung zwischen der Quecksilberexposition der Mutter und der beeinträchtigten Hirnentwicklung ihrer Kinder untersucht wurde. Eine frühere Beurteilung durch den Nationalen Forschungsrat der USA (National Research Council, NRC) ermittelte einen Aufnahmegrenzwert von 0,7 µg/kg Körpergewicht pro Woche. Die geschätzten Aufnahmemengen von Quecksilber in Europa fielen in den einzelnen Ländern je nach verzehrter Menge und Art der Fische unterschiedlich aus. In den meisten Fällen lag die durchschnittliche Aufnahmemenge unter dem vom JECFA ermittelten PTWI, in einigen Ländern überschritt die durchschnittliche Aufnahmemenge jedoch den vom U.S.-NRC ermittelten Grenzwert. Bei hohen Verzehrsmengen kann auch der PTWI des JECFA überschritten werden. Eine probabilistische Analyse der Daten aus Frankreich wies darauf hin, dass Kinder den PTWI eher überschreiten als Erwachsene. Die Aufnahmemengen, wie sie in einer jüngst in Norwegen durchgeführten umfassenden Erhebung ermittelt wurden, deuten darauf hin, dass die aus der Analyse derSCOOP-Daten (scientific co-operation on questions relating to food) abgeleiteten Aufnahmemengen die tatsächlichen Aufnahmemengen von Methylquecksilber für einige Länder überschätzen, wenn es sich bei dem verzehrten Fisch um Arten mit einer vergleichsweise geringen Methylquecksilberkonzentration handelt. Es kann jedoch in Europa Bevölkerungsgruppen geben, die häufig Raubfischarten verzehren, die am Ende der Nahrungskette stehen und oft eine höhere Methylquecksilberkonzentration aufweisen (beispielsweise Schwert- oder Thunfisch). Diese Bevölkerungsgruppen können daher höhere Aufnahmemengen aufweisen, als dies bei Bevölkerungsgruppen der Fall ist, die viel Fisch mit geringerer Methylquecksilberbelastung verzehren. Da die geschätzten Aufnahmen für Personen mit hohen Verzehrsmemengen dem vom JECFA ermittelten PTWI nahe kommen und den vom U.S.-NRC festgelegten Grenzwert überschreiten, sollten zuverlässige Daten über die Aufnahmemengen ermittelt werden, wobei die Aufmerksamkeit insbesondere auf Studien bei Frauen im gebärfähigen Alter gerichtet sein sollte. Da Methylquecksilbertoxizität bereits bei niedrigem Expositionsgrad nachgewiesen werden konnte, sollte die Exposition gegenüber dieser Verbindung auf ein Minimum reduziert werden, wobei anerkannt wird, dass Fisch ein wesentlicher Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung darstellt.
Veröffentlicht: 17 März 2004Letzte Aktualisierung: 7 November 2006
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